50 Jahre DER DÖRING

Fördern. Die Region stärken.

Ein Artikel aus der Braunschweiger Zeitung:

Kein Rohr bleibt ewig dicht

 

Die DER-Dienstleistungsgruppe hat sich auf Abwasser spezialisiert und besteht seit 50 Jahren.

Jörn Stachura

 

Braunschweig Jubiläum in Veltenhof – vor 50 Jahren wurde die DER-Dienstleistungsgruppe gegründet. Unternehmensschwerpunkt damals: Papier-Entsorgung. Schwerpunkt heute: Abwasser. 27 Mitarbeiter zählt der Handwerksbetrieb und gehört damit zu den Branchen-Größen der Stadt.

 

Was nach einem abrupten Wandel im Familienbetrieb klingt, ist es nicht. Frank Döring sagt: „Das war eher ein schleichender Prozess. Wir sind schon immer mehrgleisig gefahren. Daher auch der Name Dienstleistungsgruppe. Doch die Entwicklung, die konnte mein Vater bei der Gründung des Unternehmens natürlich nicht absehen.“

 

Gründung im neuen Gewerbegebiet am Hafen, das hieß damals: „Wir hatten so viel Platz auf dem Grundstück, dass im hinteren Bereich noch der Spargel für das Mittagessen gestochen wurde“, erinnert sich Döring. Das Gewerbegebiet war einst Spargel-Land. Heute ist es dort kompliziert, einen Parkplatz zu bekommen.

 

Dörings Vater Heinz hat sich ursprünglich darauf spezialisiert, die Papierverpackungen von Innenstadt-Kaufleuten abzuholen. Wenig später fuhr er Alt-Akten von Banken zum Schreddern. Grund: „Die Banken betrieben damals noch Aktenvernichtung in Eigenregie. Als sie das aufgaben und Dienstleister suchten, wurde das unser neues Geschäftsfeld“, berichtet der Geschäftsführende Gesellschafter. Das sei zwar einträglich gewesen, aber auch riskant. „Wir hatten drei Brände. Jedesmal dauerte es sechs Monate, bis die Anlage wieder lief. Es fehlten nicht nur Einnahmen, es erhöhten sich auch die Ausgaben, weil wir unsere Aufgaben an andere Unternehmen übertragen mussten.“ 2013 wurde verkauft.

 

In den Mittelpunkt rückte ein anderes Geschäftsfeld: Abwasser. „Mein Vater hatte einst durch Zufall einen Spülwagen gekauft.“ Was damals als bloße Hilfe in der Not begann, hat mittlerweile zu Spezialisierungen geführt. Ja, sagt Döring, auch heute noch würden sie zu drei Einsätzen täglich im Stadtgebiet gerufen. Doch längst gehe es nicht mehr nur darum, Abwasserrohre freizumachen. „Alte Gussrohre gammeln durch. Steingut-Rohre sind im Prinzip zwar unvergänglich. Doch die Rohrverbindungen wurden zumeist mit Hanf und Teer abgedichtet. Der Hanf löst sich auf. Die Verbindungen werden undicht. Die Rohre verschieben sich und brechen. Oder Wurzeln dringen durch Undichtigkeiten ein und sprengen das Steingut.“

 

Kunststoff-Rohre gelten zwar als noch robuster, sagt Döring: „Doch auch sie brechen, wenn sie von einem schweren Fahrzeug überfahren werden.“

Zudem gelte im Stadtgebiet: „Erneuert die Stadt Braunschweig Kanäle, müssen die Anlieger nachweisen, dass ihre Zufluss-Rohre dicht sind.“ Andere Kunden wollen das Abwassernetz ihrer Neubauten untersuchen lassen, um die Gewissheit zu haben, dass nicht gepfuscht wurde. Die Spezialkameras des Unternehmens, die das Rohrinnere auf Schäden untersuchen, sind praktisch ständig im Einsatz. Und werden Schäden entdeckt, müsse natürlich repariert werden.

 

Die Auftragslage sei gut, sagt Döring. Vor 20 Jahren seien zudem die Kundenkontakte genutzt worden, einen Heizungs- und Sanitärbetrieb anzugliedern. Noch besser für das Unternehmen: „Wir bleiben Familienbetrieb. Die Nachfolge ist geregelt. Mein Sohn wird die Gruppe übernehmen.“

Die Vergangenheit lässt grüßen: Geschäftsführer Frank Döring vor einem 30 Jahre alten Firmenwagen, der demnächst restauriert wird. STACHURA

Mittlerweile sehen die Firmenfahrzeuge etwas anders aus

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